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Sonntag, 24. Februar 2013

Sharp will Foxconn höheren Firmenanteil geben

Der angeschlagene japanische Elektronik-Konzern Sharp ist zu Zugeständnissen bereit, um den lebenswichtigen Einstieg des Auftragsfertigers Foxconn zu retten. Sharp würde Foxconn, die unter anderem für Apple, HP, Sony und Amazon als Auftragsfertiger arbeiten, nun auch einen Anteil von mehr als zehn Prozent verkaufen, sagte ein ranghoher Manager dem Wall Street Journal. Ursprünglich sollte die Beteiligung unter zehn Prozent bleiben, weil Aktionäre ab dieser Schwelle in Japan mehr Rechte bekommen. Sie können unter anderem vor Gericht die Auflösung eines Unternehmens fordern.

Angesichts des drastischen Kurseinbruchs der Aktie sei auch Sharp inzwischen klar, dass ein Foxconn-Einstieg zu den ursprünglich vereinbarten Konditionen unmöglich geworden sei, sagte der Manager. Nach der Vereinbarung von März wollte Foxconn knapp zehn Prozent an Sharp kaufen, zum Preis von 550 Yen pro Aktie. Das sollte Sharp gut 66 Milliarden Yen (derzeit 623 Millionen Euro) einbringen. Das Papier notiert aber längst bei nur noch rund 170 Yen.

Sharp steht derzeit angesichts tiefroter Zahlen massiv unter Druck. Der Flachbild-TV-Pionier musste eingestehen, dass die Finanzlage Zweifel am Fortbestand des Unternehmens aufwerfe. Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr kündigte Sharp den zweiten riesigen Rekordverlust in Folge an. Das Minus dürfte 450 Milliarden Yen (fast 4,5 Milliarden Euro) erreichen. Schon im Jahr davor hatte Sharp gut 376 Milliarden Yen verloren.

Die desolate Finanzlage sei auch ein Hindernis für den Foxconn-Deal, sagte der Sharp-Manager. Das Unternehmen aus Taiwan könne dadurch die Investition seinen Aktionären nur schwer schmackhaft machen. Laut einem japanischen Medienbericht redet Sharp inzwischen auch mit den Chipkonzernen Intel und Qualcomm über einen Einstieg. (dpa) / (jk)


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Dienstag, 8. Januar 2013

Erneute Kritik an Arbeitsbedingungen bei Foxconn

Die Arbeitsbedingungen beim taiwanischen Auftragsfertiger Foxconn haben sich entgegen der Ansicht der Fair Labor Association (FLA) nicht wesentlich verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt der US-amerikanische Think Tank Economic Policy Institute (EPI). Spätestens seit dem Produktionsbeginn für das iPhone 5 seien die von der FLA berichteten Fortschritte beispielsweise bei der übermäßigen Mehrarbeit hinfällig gewesen. Die von der FLA berichteten Veränderungen seien meist nur gering, vorübergehend oder rein symbolisch gewesen.

Die FLA hatte nach einer Untersuchung von drei Foxconn-Fabriken in China grundlegende bessere Arbeitsbedingungen festgestellt. Zuvor war das Unternehmen wegen zahlreicher Missstände in die Kritik geraten, unter anderem wegen überlanger Arbeitszeiten und mangelhaften Sicherheitsbedingungen. Die Arbeitnehmerrechte-Organisation Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (SACOM) kam allerdings im September zu dem Ergebnis, dass sich bei Foxconn nur wenig verbessert habe.

Darauf bezieht sich auch das EPI in seinem Bericht. Zudem hätten im September und Oktober chinesische und US-amerikanische Medien über beunruhigende Entwicklungen bei Foxconn berichtet, zum Beispiel über die Beschäftigung Minderjähriger in den Fabriken und Mehrarbeit für das iPhone 5, weshalb die Arbeiter auch an Feiertagen am Fließband stehen mussten. Außerdem habe Foxconn nicht – wie gegenüber der FLA angekündigt – Arbeiter für illegal erzwungene Überstunden nachträglich entschädigt.

Das EPI kritisiert nicht nur die FLA, sondern im Einklang mit der SACOM auch Apple direkt. Das Unternehmen profitiere von Foxconns Produktionssysteme und könne es auch beeinflussen. Apple habe zwar angekündigt, dafür zu sorgen, dass sich die Arbeitsbedingungen besserten, doch das konterkariere das Unternehmen selbst, indem es von Foxconn und seinen Arbeitern verlange, die Produktionsziele zu erreichen, die besseren Arbeitsbedingungen entgegenstehen. Das EPI zieht den Schluss, dass es letztlich womöglich nicht darum geht, die Arbeiter zu schützen, sondern Apples Ansehen. (anw)


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Montag, 29. Oktober 2012

Foxconn gesteht Beschäftigung Minderjähriger

Auftragsfertiger Foxconn hat eingestanden, in seinem Werk im chinesischen Yantai Minderjährige beschäftigt zu haben. Gegenüber Bloomberg erklärte der Konzern, bei einer internen Untersuchung auf Praktikanten zwischen 14 und 16 Jahren gestoßen zu sein, die für drei Wochen im Werk beschäftigt waren. Das chinesische Arbeitsrecht sieht allerdings für Beschäftigte ein Mindestalter von 16 vor.

Laut Bloomberg bekräftigte das Unternehmen, dass die dafür verantwortlichen Foxconn-Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen und umgehend gekündigt würden. Das Unternehmen würde die Verantwortung für den Verstoß gegen chinesisches Arbeitsrechts übernehmen, bei den betroffenen Schülern habe sich das Unternehmen bereits entschuldigt.

Damit bestätigt das Unternehmen zum Teil, was die Organisation China Labor Watch bereits am Montag berichtete: Eine kleine Zahl von Schülern sei als Praktikanten beschäftigt worden und werde nun zurück zu den jeweiligen Schulen gebracht. Die jungen Leute seien von direkt ihren Schulen zu Foxconn geschickt worden, wobei das Unternehmen versäumt habe, deren Personalien zu prüfen. Primär liege die Verantwortung aber bei den entsprechenden Schulen, wie China Labor Association monierte. Dabei forderte die Organisation die Regierung zugleich zum Handeln auf. Manche Schulen der Region sollen ein 45-tägiges Praktikum bei Foxconn zur Pflicht für ihre Schüler gemacht haben, wie Zdnet unter Berufung auf chinesische Medien berichtet. Gegenstand von Spekulationen ist dabei, wieweit das Unternehmen lokale Behörden beeinflusst haben könnte, den Schulen entsprechende Anweisungen zu geben.

Insgesamt kommt der taiwanische Auftragsfertiger mit seinen Arbeitsbedingungen nicht aus den Schlagzeilen: Zuletzt soll es Streiks in den Werken gegeben haben, in denen das iPhone 5 gefertigt wird, wobei Foxconn das sogleich dementierte. Davor wurde über Massenschlägereien berichtet, deren Auslöser unklar blieb. Auch wenn Prüfer der Fair Labor Association Verbesserungen attestierten – Aktivisten und Arbeiterrechtler kritisieren nach wie vor die Zustände in den Werken. Allerdings ist die Beschäftigung Minderjähriger wohl nicht nur bei Foxconn ein Problem: Im August hatte China Labor Watch auch bereits Samsung wegen mutmaßlicher Kinderarbeit aufs Korn genommen. (axk)


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