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Sonntag, 17. Februar 2013

Ruckelfreier Hobbit auch in vielen deutschen Kinos


Bewegt sich geschmeidig über die Leinwand: "Hobbit"-Darsteller Martin Freeman. Vergrößern
Bild: Warner Bros Regisseur Peter Jackson hat was gegen Bildruckeln: Seinen neuen Film "Der Hobbit – eine unerwartete Reise" hat er deshalb nicht nur in 3D, sondern auch mit 48 statt der seit Jahrzehnten üblichen 24 Bilder in der Sekunde gedreht. Auch in Deutschland wird man den Film zum Start am 13. Dezember mit der höheren Bildrate sehen können: Cinemaxx hat bereits offiziell angekündigt, an allen Standorten die sogenannte HFR-Version (High Frame Rate) zu zeigen; zudem sind viele Cineplex-, Cinestar- und UCI-Häuser sowie unabhängige Kinos mit von der HFR-Partie. Zusätzlich zum 3D-Aufschlag werden viele Kinobetreiber auch für die höhere Bildrate eine Zusatzgebühr kassieren, laut aktueller Cinemaxx-Preisliste wird das "Hobbit"-Ticket beispielsweise in München 2 Euro mehr kosten als andere 3D-Filme (14 statt 12 Euro).

[Update] Laut Cinemaxx beträgt der HFR-Zuschlag nicht 2 Euro, sondern 50 Cent. Die oben erwähnte Differenz von 2 Euro zwischen "Hobbit" und zum Beispiel dem 3D-Film "Asterix und Obelix" habe nicht ausschließlich mit HFR zu tun, sondern komme durch eine hauseigenene Klassifizierung zustande, bei der "Länge, Qualität der 3D-Effekte und vieles mehr" eine Rolle spielten. Insgesamt gäbe es bei Cinemaxx vier Intervalle. [/Update]

Eine aktualisierte Liste mit allen deutschen HFR-Kinos findet sich auf dem Blog "Digitale Leinwand". In Österreich hat bislang nur die Megaplex-Kette angekündigt, den "Hobbit" mit HFR-Technik zu zeigen, für die Schweiz liegen uns keine Informationen vor.

Zweifellos: Konventionelles Kino ruckelt – für flüssige Bewegungen, gerade bei Kameraschwenks, sind die in Kinofilmen verwendeten 24 Bilder pro Sekunde zu wenig. Während man in den Anfangstagen des Kinos noch mit der Bildrate experimentierte, hat der Tonfilm in den späten 1920er Jahren die 24 fps zum Standard gemacht – als kleinsten gemeinsamen Nenner, den die Zuschauer bereit waren zu akzeptieren. Es hat danach immer wieder Versuche gegeben, die Bildfrequenz zu erhöhen (Todd-AO mit 30 fps, Maxivision mit 48 fps, Showscan mit 60 fps); doch all diese Versuche stammen aus der Zeit des teuren analogen Films und konnten sich wohl aus Kostengründen nie durchsetzen. Inzwischen ist das Kino fast flächendeckend digital und eine Bildratenerhöhung kostet Filmverleih und Kinobetreiber lediglich mehr Festplattenplatz. Kino-Traditionalisten schimpfen derweil bereits über den sterilen "Seifenopern"-Look.

Alle vier Hersteller von Digitalkino-Projektoren haben ihren Geräten inzwischen den Umgang mit HFR-Material beigebracht. Sowohl Sony bei seinen SXRD-Geräten als auch Christie, Barco und NEC, die Panels mit der DLP-Spiegeltechnik von Texas Instruments verwenden. Alle DLP-Projektoren mit "Series 2"-Chips können per Firmware-Update fit für die höheren Bildraten gemacht werden. Allerdings funktioniert das Ganze nicht mit externen Kinoservern: Die Dual-HD-SDI-Schnittstellen der externen Server schaffen die hohe erforderliche Übertragungsrate nicht, weshalb für HFR ein integrierter Server notwendig ist (Integrated Media Block). HFR-Filmvorführungen sind laut aktueller Kinospezifikation DCI lediglich in 2K-Auflösung (2048 × 1080 Pixel) möglich, 4K-Auflösung (4096 × 2160 Pixel) lässt sich ausschließlich mit 24 Bilder pro Sekunde nutzen. (jkj)


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Freitag, 16. November 2012

Verschlüsselung bei vielen Android-Apps mangelhaft


Peinliche Konsequenz mangelhafter Verschlüsselung: Wegen einer gefälschten Signatur will sich die Antiviren-Software selbst löschen. Vergrößern
Bild:  Fahl, Harbach, Muders, Smith, Baumgärtner, Freisleben Bei einer Analyse von Android-Apps, die Verschlüsselung einsetzen, fanden Forscher katastrophale Zustände vor: Mehr als 1000 der 13.500 populärsten Apps zeigten Anzeichen für eine fehlerhafte und unsichere Implementierung der SSL/TLS-Verschlüsselung. Tests mit 100 ausgewählten Apps bestätigten, dass davon immerhin 41 anfällig für konkrete Angriffe waren. Dabei fielen den Forschern außer Bank- und Kreditkartendaten auch Zugangs-Tokens für Facebook, E-Mail-Konten und Messaging-Services in die Hände.

In einem besonders plakativen Test schoben die Forscher Zoner AntiVirus für Android eine gefälschte Signatur unter, die auf die App selbst passte. Daraufhin stufte die sich auch prompt selbst als Bedrohung ein und bot die eigene Löschung an.

Die Forscher untersuchten zunächst den Code der Apps statisch nach typischen Anzeichen für unzureichende Überprüfung der Zertifikate, die die Identität des Kommunikationspartners bestätigen müssen. Da nicht eindeutig klar ist, ob der dabei gefundene Code tatsächlich zum Einsatz kommt, führten sie danach explizit Man-In-The-Middle-Attacken durch, um die verschlüsselte Verbindung aufzubrechen.

Die dabei gefundenen Anfälligkeiten lassen sich in zwei Kategorien einteilen: 20 Apps akzeptierten einfach jedes Zertifikat. 21 weitere kontrollierten zwar, ob das Zertifikat eine gültige Unterschrift trägt, nicht jedoch, ob es auf den richtigen Namen ausgestellt ist. So konnten die Sicherheitsexperten mit einem gültigen Zertifikat für einen eigenen Server die Antiviren-Software narren. In einem c't-Test entdeckte heise Security vor zwei Jahren das gleiche Problem bei der iPhone-App S-Banking.

Die Forscher von der Leibniz Universität in Hannover und der Phillips Universität Marburg fassen ihre Erkenntnisse in dem Paper Why Eve and Mallory Love Android: An Analysis of Android SSL (In)Security zusammen. Das für die Code-Analyse entwickelte Tool MallaDroid wollen sie demnächst veröffentlichen. Welche Apps konkret betroffen sind, verraten sie jedoch nicht. Aber anscheinend handelt es sich dabei nicht um Exoten: Immerhin 40 bis 185 Millionen Installation weist Google Play für die von den Lücken konkret betroffenen Apps aus. (ju)


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Samstag, 10. November 2012

Verschlüsselung bei vielen Android-Apps mangelhaft


Peinliche Konsequenz mangelhafter Verschlüsselung: Wegen einer gefälschten Signatur will sich die Antiviren-Software selbst löschen. Vergrößern
Bild:  Fahl, Harbach, Muders, Smith, Baumgärtner, Freisleben Bei einer Analyse von Android-Apps, die Verschlüsselung einsetzen, fanden Forscher katastrophale Zustände vor: Mehr als 1000 der 13.500 populärsten Apps zeigten Anzeichen für eine fehlerhafte und unsichere Implementierung der SSL/TLS-Verschlüsselung. Tests mit 100 ausgewählten Apps bestätigten, dass davon immerhin 41 anfällig für konkrete Angriffe waren. Dabei fielen den Forschern außer Bank- und Kreditkartendaten auch Zugangs-Tokens für Facebook, E-Mail-Konten und Messaging-Services in die Hände.

In einem besonders plakativen Test schoben die Forscher Zoner AntiVirus für Android eine gefälschte Signatur unter, die auf die App selbst passte. Daraufhin stufte die sich auch prompt selbst als Bedrohung ein und bot die eigene Löschung an.

Die Forscher untersuchten zunächst den Code der Apps statisch nach typischen Anzeichen für unzureichende Überprüfung der Zertifikate, die die Identität des Kommunikationspartners bestätigen müssen. Da nicht eindeutig klar ist, ob der dabei gefundene Code tatsächlich zum Einsatz kommt, führten sie danach explizit Man-In-The-Middle-Attacken durch, um die verschlüsselte Verbindung aufzubrechen.

Die dabei gefundenen Anfälligkeiten lassen sich in zwei Kategorien einteilen: 20 Apps akzeptierten einfach jedes Zertifikat. 21 weitere kontrollierten zwar, ob das Zertifikat eine gültige Unterschrift trägt, nicht jedoch, ob es auf den richtigen Namen ausgestellt ist. So konnten die Sicherheitsexperten mit einem gültigen Zertifikat für einen eigenen Server die Antiviren-Software narren. In einem c't-Test entdeckte heise Security vor zwei Jahren das gleiche Problem bei der iPhone-App S-Banking.

Die Forscher von der Leibniz Universität in Hannover und der Phillips Universität Marburg fassen ihre Erkenntnisse in dem Paper Why Eve and Mallory Love Android: An Analysis of Android SSL (In)Security zusammen. Das für die Code-Analyse entwickelte Tool MallaDroid wollen sie demnächst veröffentlichen. Welche Apps konkret betroffen sind, verraten sie jedoch nicht. Aber anscheinend handelt es sich dabei nicht um Exoten: Immerhin 40 bis 185 Millionen Installation weist Google Play für die von den Lücken konkret betroffenen Apps aus. (ju)


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