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Sonntag, 20. Januar 2013

Oracle splittet Änderungen des RHEL-Kernels auf

Oracle hat das Red Patch Project gestartet, das ein öffentlich zugängliches Git-Depot mit dem Quellcode des Kernels von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 6 pflegt, in dem Änderungen als einzelne Patches abrufbar sind. Bei dieser RHEL-Generation enthält das Quell-Paket des Red-Hat-Kernels nur die Quellen des Kernel.org und einen großen Patch, der alle von Red Hat vorgenommene Änderungen vermischt; darunter nicht nur Verbesserungen, sondern auch Korrekturen für Fehler und Sicherheitslücken.

Das Red Patch Project nimmt Red Hats Riesenpatch wieder auseinander und veröffentlicht einige der Änderungen nun im Git-Depot als separat abrufbare Patches. Diese Arbeit erledigten die Betreuer von Oracles Ksplice-Service ohnehin schon länger intern, denn nur mit solchen kleinen Patches können sie die Dateien mit Unterschiedsinformationen erstellen, mit denen Ksplice manche Fehler und Sicherheitslücken zur Laufzeit korrigieren kann. Oracle bietet Ksplice-Dienste nämlich nicht nur für seinen Unbreakable Linux Kernel (UEK) an, der Oracle Linux beiliegt, sondern auch für den ebenfalls mitgelieferten Kernel auf Basis des Red-Hat-Kernels; Oracle verkauft Ksplice zudem als Service-Dienst an Nutzer von RHEL.

Die Betreuer des Git-Depots spalten die Änderungen allerdings nicht wieder komplett auf; vielmehr lassen sie für das Ksplice-Dienst offenbar nicht relevante Änderungen gelegentlich in größeren Patches zusammen, wie es etwa die Änderung "The rest of RHEL 2.6.32-279.5.2.el6 to 2.6.32-279.9.1.el6" zeigt. Red-Hat-Enterprise-Kunden, die an einer genauen Aufschlüsselung interessiert sind, erhalten diese über eine ihnen zugängliche Webseite, in der die einzelnen Änderungen abrufbar sind, die Red Hat beim RHEL-6-Kernel vorgenommen hat.

Der Ansatz mit dem Riesen-Patch hat Red Hat bei RHEL6 eingeführt, um Konkurrenten die Arbeit zu erschweren; das rief damals viel Kritik hervor, weil andere Distributionen nicht mehr so einfach wie zuvor die Änderungen vom RHEL-Kernel übernehmen konnten. Der Oracle-Dienst löst diesen Umstand jetzt weitgehend. Doch auch Oracle könnte offener vorgehen, denn die Kernel-seitige Unterstützung des anfangs unter Open-Source-Lizenz stehenden Ksplice ist auch Jahre nach der Einfügung nicht Bestandteil des bei Kernel.org erhältlichen Linux-Kernels. Der im OSS-Bereichs der Oracle-Webseite erhältliche Ksplice-Quellcode wurde zudem das letzte Mal im Juli 2011 aktualisiert – eine Woche, nachdem Oracle Ksplice übernommen hat. (thl)


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Samstag, 12. Mai 2012

Google: Viele Änderungen am Suchalgorithmus

Genau 52 Änderungen hat Google im vergangenen Monat an seinem Suchalgorithmus vorgenommen. Darunter waren große wie das Update des Ranking-Verfahrens, aber auch jede Menge kleinerer Anpassungen. Eine ausführliche Auflistung hat Google im offiziellen Blog veröffentlicht.

Die Änderung namens "Xirtam3" soll dort für verschiedenartigere Ergebnisse sorgen, wo die Trefferliste bislang von Inhalten dominiert wurde, die über mehrere Seiten verteilt sind. Dafür, dass einzelne Domains in der Liste der Suchergebnisse nicht zu sehr bevorteilt werden, wurde wiederum das Update namens "Horde" eingeführt. Inhalte, die aktuell scheinen, beispielsweise Nachrichten, sollen dank "sep" und "citron" stärker gewichtet werden und dadurch prominenter in der Trefferliste erscheinen. Dafür, dass Inhalte von "niedriger Qualität" nicht von bloßer Aktualität profitieren, soll wiederum "NoRot" Sorge tragen.

Dank dem Update "Raquel" soll die Sprache stärker in die Suche nach Webadressen einbezogen werden, sodass beispielsweise portugiesischsprachigen Nutzern bei der Suche nach "bol.com" der brasilianische E-Mail-Dienst dieses Namens zuerst angezeigt wird und nicht der holländische Online-Buchhändler. Damit bei Organisationen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die landesspezifische Domain ganz oben erscheint, soll die Änderung "ImpOrgMap2" bewerkstelligen. Ähnlich wirkt sich "Sudoku" aus, dank dem neben Domains, Subdomains und Verzeichnisse jetzt auch einzelne Seiten hinsichtlich ihrer Relevanz für bestimmte Länder bewertet werden.

In 33 weiteren Sprachen kann jetzt direkt nach der Zeit des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs gesucht werden ("sunrise-i18n"). Außerdem wurde die erweiterte Rechtschreibkorrektur, die bereits Vorschläge macht, bevor das Wort zu Ende getippt wurde, um 60 Sprachen erweitert. Die Qualität dieser Vorschläge hat Google nach eigener Aussage für 27 Sprachen verbessert.

Weiterhin wurde der Bereich zum Auslösen der Vorschaufunktion "Instant Preview" verkleinert. Durch zwei Änderungen soll außerdem die Qualität der Vorschautexte hilfreicher werden. Auch die Funktion "SafeSearch" wurde überarbeitet, um noch zuverlässiger Bilder und Videos auszusortieren.


Die Ergebnisse der spanischen Primera División Vergrößern Bei Korrekturvorschlägen unter dem Stichwort "Meinten sie:" wird dank "idymsup" jetzt zuerst überprüft, wie sinnvoll der neue Vorschlag hinsichtlich der dann erscheinenden Suchergebnisse ist. Darüber hinaus wurde auf der englischen Seite von Google die Suchfunktion für mehrere Sportarten erweitert. So liefert die Suche nach der Formel 1, der Major League Baseball (MLB), der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL und der spanischen Primera División direkt aktuelle Ergebnisse oder Tabellen.

Neben diesen vorgenommenen Updates verweist Google in dem Beitrag auch auf die Liste der verschiedenen Aprilscherze des Unternehmens. Diese radikaleren Änderungen habe man jedoch nicht übernommen. (mho)


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