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Samstag, 23. Februar 2013

Tagesschau-App: ARD und Verleger verhandeln weiter


Die Tagesschau-App auf dem iPhone Vergrößern Im Streit über die Tagesschau-App setzen die ARD und die Zeitungsverleger trotz eines laufenden Gerichtsverfahrens weiter auf eine einvernehmliche Lösung. "Die ARD strebt an, die Tageschau-App fortzuentwickeln. Ein gemeinsames Spitzengespräch im Frühjahr 2013 soll dies bewerten", erklärten die ARD und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Donnerstag gleichlautend nach einem Gespräch in Köln. Beide Seiten schwiegen sich über die Art und Weise der Fortentwicklung der Applikation aus.

Im Kern geht es um die Frage, in welcher Form die öffentlich-rechtlichen Sender ihre journalistischen Angebote im Internet ausbauen dürfen. Die Tagesschau-App mit mehr als vier Millionen Nutzern bringt Inhalte von tagesschau.de kostenlos auf Smartphones und Tablets. Nach einer Klage von acht Zeitungsverlagen hatte Ende September das Landgericht Köln gegen die Tagesschau-App entschieden. Die Verleger fordern, dass die ARD die Textbeiträge der App möglichst weit eindampfen soll. Der Sender hatte Berufung gegen das Kölner Urteil eingelegt.

Die App sei presseähnlich und "als Ersatz für die Lektüre von Zeitungen und Zeitschriften" geeignet, hatte das Gericht geurteilt. Die Verlage argumentieren, öffentlich-rechtliche Sender dürften keine Online-Zeitung mit den Rundfunkgebühren betreiben, die Applikation sei zu textlastig. Das ZDF hatte bereits ihre Internet-Angebote stärker auf Bewegtbilder ausgerichtet. Der Rundfunkstaatsvertrag schreibt vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender im Internet präsent sein dürfen, "presseähnliche" Angebote sind aber nicht erlaubt, die Online-Inhalte müssen sich auf die Radio- oder Fernsehsendungen beziehen. (dpa) / (lbe)


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Mittwoch, 9. Mai 2012

App-Streit: Verleger verlangen Verlässlichkeit von ARD und ZDF

Die Zeitungsverleger haben als Bedingung für weitere Verhandlungen über Online-Angebote wie die Tagesschau-App Verlässlichkeit von ARD und ZDF verlangt. Christian Nienhaus, der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Verlegerverbands ZVNRW, kritisierte am Donnerstag in Dortmund, die öffentlich rechtlichen Sender hätten bei den Gesprächen in den vergangenen Wochen mehrfach bereits erzielte Einigungen wieder infrage gestellt. "So kann man nicht verhandeln, und so werden wir auch nicht weiterverhandeln", sagte Nienhaus bei der Jahreshauptversammlung des ZVNRW.

Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, hatte vor knapp einem Jahr die Klage von acht Verlagen gegen die kostenlose Tagesschau-App verkündet. Die Verleger betrachten diese Anwendung für Smartphones und Tablets als unfaire Konkurrenz, da die App mit langen Texten "presseähnlich" sei. Gespräche mit ARD und ZDF über einen Vergleich waren am Montag gescheitert. Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel hatte sich aber weiter gesprächsbereit gezeigt. [Update: Der nächste Verhandlungstermin vor Gericht sei nun am 19. Juli, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Kölner Landgerichts. Eine Entscheidung werde dabei voraussichtlich noch nicht getroffen.]

Nienhaus wiederholte den Vorwurf, dass ARD und ZDF mit Gebührengeldern kostenlose Textangebote finanzierten, die es den Zeitungen schwerer machten, mit Qualitätsjournalismus Geld zu verdienen. "Die Apps sind für uns ein ganz wichtiger Einstieg aus der Kostenfreiheit heraus in eine Kostenpflicht im Netz", so Nienhaus. Gerade bei den Apps sei ein System entstanden, bei dem die Nutzer bereit seien, für Inhalte zu zahlen.

Nienhaus zeigte sich zuversichtlich, dass die gedruckte Zeitung auch in Zukunft ein wichtiges Medium bleibe. 68 Prozent der Deutschen über 14 Jahren läsen regelmäßig eine Tageszeitung, sagte Nienhaus. Allerdings gehe die Auflage weiter zurück, in NRW in den vergangenen zwölf Monaten um 3,3 Prozent auf knapp drei Millionen Zeitungen täglich. "Wir sind also immer noch nicht klein, aber was uns Sorge macht, ist das Abbröckeln."

Auch der Umsatz durch Anzeigen in den Tageszeitungen sinke. Nienhaus schlug vor, sich mehr um Markenartikel- und Konsumgüterwerbung zu bemühen und dafür an einer gemeinsamen Plattform der Zeitungsverlage zusammenzuarbeiten. "Wir sind nur schwer zu buchen für die Mediaagenturen. Und wir müssen darüber reden, ob wir da nicht Abhilfe schaffen können", sagte Nienhaus.

Nienhaus forderte die Verlage dazu auf, mehr Frauen in Spitzenpositionen zu bringen. Es sei besser, das aus eigenen Stücken zu tun, als eine gesetzliche Reglementierung zu riskieren. "Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen, wenn sie Kinder bekommen, dadurch nicht im Berufsleben zurückgeworfen werden." (dpa) / (lbe)


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