Freitag, 9. November 2012
Twitter sperrt Neonazis aus Hannover in Deutschland aus
Mittwoch, 2. Mai 2012
China ist Partnerland der Hannover Messe
Energiehungrig, aber zunehmend geizig mit "Seltenen Erden", jener für viele Elektronikprodukte unverzichtbaren Rohstoffe – so wird die Wirtschaftsmacht China in westlichen Industrienationen oft gesehen. In diesem Jahr ist die Volksrepublik Partnerland der Hannover Messe (23. bis 27. April 2012). Auf der "weltgrößten Industrieschau" nehmen mehr Firmen und Regionen aus dem Reich der Mitte teil als jemals zuvor an einer Ausstellung im Ausland.
Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Organisatoren. Dank ihrer Spitzentechnologie habe die deutsche Wirtschaft "große Chancen, vom Aufstieg der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu profitieren", sagte der Vorstandschef der Deutschen Messe AG, Wolfram von Fritsch, der dpa. Inzwischen sei die Hannover Messe zu einer Messe für grüne Technologien ausgebaut worden: "Das passt eins zu eins zu dem neuen Fünf-Jahres-Plan der Chinesen."
1987, als China schon einmal Partnerland der Industriemesse war, galt die Volksrepublik noch als verlängerte Werkbank für Unternehmen im Westen und zugleich als Heimat dreister Produktfälscher. Ein Vierteljahrhundert später habe die deutsche Industrie begriffen, dass sich China "in einem Stadium befindet, in dem es auf Spitzentechnologie ankommt – und das kann die deutsche Wirtschaft besonders gut", streicht von Frisch die Chancen deutscher Aussteller heraus. Die hiesigen Unternehmer wüssten heute, dass China nicht nur ein guter Absatzmarkt ist, sondern auch mit Weltmarktführern in neuen Technologien wie Windenergie antreten kann. "Wenn man eine relevante Plattform bieten möchte – und das ist die Hannover Messe als größte Technologieschau der Welt –, dann geht das nicht ohne die Chinesen."
Als Beispiel dafür, wie China als Markt mit über 1,3 Milliarden Menschen Maßstäbe setzt, an denen andere Volkswirtschaften nicht vorbei kommen, nennt der Messechef die Elektromobilität: "Da denken die Deutschen typischerweise erst über Technologien und Erfindungen nach. China macht im Leapfrogging-Verfahren einfach einen neuen Markt auf. Sie sagen: Durch die schiere Masse, die wir an Elektro-Bikes, -Autos und -Bussen haben werden, werden wir ein relevanter Markt." (Mit Leapfrogging, was in etwa "Froschhüpfen" bedeutet, bezeichnen Ökonomen das Überspringen einzelner Schritte in einem Prozessablauf.)
Zur Hannover Messe, die am kommenden Montag ihre Pforten öffnet, rechnen die Veranstalter mit ungefähr 500 Ausstellern aus China. "Grüne Technologien" sollen die 2012er Auflage nicht nur an den China-Ständen sondern insgesamt prägen. Das Ausstellungsmotto "Green Intelligence" gehe dabei über klassische Umwelttechnik hinaus, kündigt von Fritsch an: "Viele Unternehmen stellen sich so auf, dass sie "grüne Intelligenz" nicht nur an einzelnen Punkten, sondern im gesamten Produktionsablauf umsetzen können. Dazu gehört bessere Automation, aber auch der umweltschonende Einsatz von Rohstoffen. Man denkt stärker in Kreisläufen – und die deutsche Industrie hat einen großen Vorsprung darin, diese Kreisläufe miteinander zu verknüpfen."
Abzuwarten bleibt, wie viele dieser grünen Ideen auf das Partnerland abfärben werden: China ist schon heute der größte Automobilmarkt der Welt. Luftverpestung und Mega-Staus haben zu Restriktionen bei der Zulassung von Neuwagen geführt. Inwieweit Elektromobile die CO2-Bilanz Chinas verbessern können, hängt wesentlich von der Art der Stromerzeugung ab. Derzeit ist die Volksrepublik der mit Abstand größte Steinkohleproduzent der Welt. Solange der Fahrstrom aus Kohlekraftwerken kommt, wäre die Ökobilanz eines E-Autos womöglich schlechter als die eines sparsamen Benziners oder Diesel.
Auch bei den Seltenen Erden, die für Mikrochips, Flachbildschirme oder leistungsfähige Autobatterien aus heutiger Sicht unverzichtbar erscheinen, spielen Umweltaspekte eine doppelbödige Rolle: Nachdem China jüngst einen Industrieverband gegründet hatte, um für die gefragten chemischen Elemente "vernünftige Preismechanismen" zu etablieren und dem Umweltschutz größeres Gewicht zu verleihen, warfen andere Industriestaaten, die auf Importe seltener Erden angewiesen sind, der Volksrepublik Preistreiberei vor. (ssu)
Sonntag, 29. April 2012
Hannover Messe: Energiewende elektrisiert Aussteller
Die weltgrößte Industrieschau Hannover Messe (noch bis 27. April) ist nach Einschätzung ihrer Veranstalter gut angelaufen. "Unter Ausstellern und Besuchern herrscht eine sehr positive Stimmung", sagte ein Sprecher der Deutschen Messe AG zu Beginn des zweiten Messetages gegenüber dpa. Befragungen von Unternehmen und Gästen zeigten bereits jetzt, dass die Kernthemen Umwelttechnologie und Energiewirtschaft für großes Interesse sorgten.
"Wir haben am Montag, dem ersten Messetag, schon ein deutliches Plus verzeichnet", hieß es im Vergleich zu beiden vergleichbaren Ausstellungen 2010 und 2008. Konkrete Besucherzahlen wollen die Organisatoren aber erst zum Abschluss der Messe am Freitag nennen. In geraden Jahren ist das Messeprogramm kleiner als in ungeraden.
Am heutigen Dienstag steht bei der Hannover Messe unter anderem die Zukunft der Windkraftbranche im Mittelpunkt. Der Bundesverband Windenergie (BWE), der in den Hallen 11 bis 13 und 27 sowie auf dem Freigelände vertreten ist, will eine Studie zum Netzausbau und zur stärkeren Einbindung der erneuerbaren Energien in den deutschen Strommix vorstellen. Messebesucher können mehr zu intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) auf dem gleichnamigen Forum in Halle 13 erfahren.
Zum Auftakt der Messe hatte der Verband Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE; Halle 13, Stand C20) Deutschland zwar eine Spitzenstellung in der Smart-Grid-Technologie bescheinigt, jedoch zugleich einen "Rettungsschirm für die Energiewende" gefordert. Da Energieträger wie Wind oder Sonnenlicht volatil – also nicht konstant verfügbar – seien, müssten Lastspitzen durch andere Stromquellen ausgeglichen werden. Bis zu dem fürs Jahr 2020 beschlossenen Atomausstieg steht laut einer VDE-Studie jedoch nicht genügend Speicherkapazität zur Verfügung, um den Energiebedarf bei Flaute oder Dunkelheit auszugleichen.
Nach Ansicht des VDE sollte bis dahin ein flexibles System aus thermischen Kraftwerken die Netzregulierung übernehmen. Dahinter verbergen sich Kraftwerke, die fossile Brennstoffe wie Erdgas verbrennen. Zugleich müssten mehr Stromspeicher geschaffen werden.
In den Siestorage-Racks finden einzeln entnehmbare Li-Ion-Batterien (oben links) Platz.
Bild: ssu Siemens stellt in Halle 26 auf Stand C12 ein System vor, das sich abhängig vom Bedarf des (gewerblichen) Nutzers erweitern lässt: Die Siestorage getauften Module erinnern an Serverschränke, in denen sich einzeln entnehmbare Gleichstrombatterien auf Lithium-Ionen-Basis befinden sowie Wandler und Regelelektronik, um 400-V-Drehstrom speichern beziehungsweise abgeben zu können. Solche Stromracks erscheinen auch im Bereich der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) als Alternative zum Notstromdiesel interessant.
Bei fossilen Energieträgern gilt die Kraft-Wärmekopplung als eine aussichtsreiche Möglichkeit, hieraus möglichst viel nutzbare Energie zu gewinnen. Daher sind auf der Messe bei verschiedenen Anbietern Blockheizkraftwerke (BHKW) zu sehen, die Strom und Warmwasser erzeugen. Jüngst hatte die Deutsche Telekom ihren Einstieg ins BHKW-Geschäft angekündigt. (ssu)
Mittwoch, 25. April 2012
Hannover Messe startet mit 5000 Ausstellern
Montag, 23. April 2012
SAP will sich auf der Hannover Messe zeigen





