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Dienstag, 15. Januar 2013

Kooperation bei der Digitalisierung historischer und rarer Sammlungen aus und über China

Die Staatsbibliothek zu Berlin und die Zhejiang University Library haben ein Kooperationsabkommen abgeschlossen. Ziel sind die Bewahrung, Konservierung, Digitalisierung und das Teilen alter und seltener Sammlungen.

Dass gerade Berlin diese Kooperation mit einer der größten Universitätsbibliotheken Chinas eingegangen ist, liegt an ihrem Sondersammelgebiet. Hier handelt es sich um ein System, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (noch) gefördert wird. Keine einzelne Bibliothek könnte zu sämtlichen Wissensgebieten alle Neuerscheinungen an Büchern und Zeitschriften aus dem In- und Ausland erwerben. Aber jedes Buch und jede Zeitschrift sollte wenigstens einmal in Deutschland vorhanden sein. Darum gibt es Sondersammelgebiets-Bibliotheken, die dann eben zu einem Gebiet alle wissenschaftlich relevante Literatur sammeln.

Die Staatsbibliothek zu Berlin hat mehrere Sondersammelgebiete, eines ist das Sondersammelgebiet 6.25, nämlich Ost- und Südostasie. Diese Abteilung besitzt etwa eine Million gedruckte Bände in Originalsprachen, dazu eine Sammlung in westlichen Sprachen und 4.000 laufend gehaltene wissenschaftliche Zeitschriften. Jedes Jahr kommen etwa 25.000 Monografien hinzu.

Die Zhejiang-Universität wurde im Jahr 1897 gegründet und 1998 als Zusammenführung von vier Universitäten neu gegründet. Sie befindet sich in der Sieben-Millionen-Stadt Hangzhou und steht zwar immer etwas im Schatten der Universitäten Peking und Shanghai, ist aber eine der neun Elite-Universitäten der VR China.

Seit 2005 hostet die Zhejiang Universität die Datenbank "China Academic Digital Associative Library" (CADAL). Die Berliner Staatsbibliothek macht über diese Datenbank digitalisierte seltene Drucke aus China und westliche Titel zu China und Ostasien verfügbar. Dafür erhalten Nutzer der Berliner Staatsbibliothek über das hiesige Portal CrossAsia Zugang zu CADAL. CrossAsia ist eine virtuelle Fachbibliothek. Die Staatsbibliothek baut sie auf und pflegt sie, über sie kann man auf rund 90 lizenzierte Ressourcen mit über 60 Millionen Einzeltitel zugreifen.

Ursprünglich waren zur Aufnahme in CADAL 1 Million Titel geplant, inzwischen sind es 1,5. Ein Ende ist nicht abzusehen: Der Kern des deutsch-chinesischen Abkommens bestehe im Datenaustausch, sagt Gerd Wädow von der Staatsbibliothek: Deutschland gebe Digitalisate, vor allem solche, die gemeinfrei sind, weil sie vor 1949 erschienen sind. Die Dauer der Kooperation ist nicht befristet, und bisher wurden weder personelle noch finanzielle Mittel festgelegt – "das steht noch in den Sternen", sagt Gerd Wädow.

Aus Anlass der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages werden in Berlin zwei kleine Ausstellungen veranstaltet: In der VR China entsteht derzeit eine Reihe mit großformatigen Prachtbänden von Malereien aus der Zeit der Song-Dynastie. Diese zeigen Bilder aus über 100 Museen und Galerien weltweit. Die Buchreihe ist auf 29 Bände plus Registerband konzipiert, 21 sind bislang erschienen. Die Zhejiang Universität hat der Staatsbibliothek eine Ausgabe geschenkt, man kann sie dort besichtigen. Es dürften die ersten in Europa vorhandenen Bände sein. Außerdem werden derzeit die Wandmalereien aus den Mogao-Grotten in Dunhuang an der Seidenstraße durch 3D-Technik aufgenommen und digitalisiert – auch dies wird in der Berliner Staatsbibliothek gezeigt. Beide Ausstellungen laufen noch bis zum 30. November im Lesesaal im Haus Potsdamer Straße. (Ulrike Heitmüller ) / (axv)


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Samstag, 5. Mai 2012

Innenminister fordert von Firmen Kooperation mit Cyber-Abwehrzentrum

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Unternehmen zu einer engeren Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden bei der Abwehr von Attacken aufgefordert. "Jedes Unternehmen muss sicherstellen, dass es eine Kommunikation in der Branche und mit dem Staat gibt", sagte Friedrich der Wirtschaftswoche.

Das "digitale Deutschland" sei seit der Gründung des Cyber-Abwehrzentrums sicherer geworden. "Mit dem Abwehrzentrum verbessern wir erstens die operative Zusammenarbeit und das Know-how der Fachleute. Wir bündeln auch die Schutz- und Abwehransätze, die wir zur Cyber- Sicherheit haben. . Wir können nun zweitens dieses Know-how auch anderen zur Verfügung stellen, beispielsweise der Wirtschaft. Aber hier liegt ein Problem: Diese Kooperation kann noch verbessert werden." Während die Versicherungswirtschaft schon vorbildlich mit dem Cyber-Abwehrzentrum beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik kooperiere, hätten anderen Branchen bislang kaum reagiert.

Friedrich kündigte Gespräche mit Vertretern etwa aus der Wasser-, Energie-, Verkehrs- und Kommunikationsbranche an und schloss auch gesetzliche Regelungen nicht aus, sollte es nicht zu Verbesserungen kommen. In der Versicherungswirtschaft dagegen seien alle Unternehmen in einem internen Meldesystem vernetzt. "Wir werden sehen, wo in anderen Branchen Lücken sind – und wie die geschlossen werden können. Ich setze im Moment noch darauf, dass die Branchen selber erkennen, dass es ein solches Meldesystem braucht. Aber wenn das nicht flächendeckend und umfassend funktioniert, werde ich die Meldepflicht gesetzlich vorschreiben."

Hintergrund der Initiative sind die zunehmenden Angriffe auf einzelne Unternehmen, Spionage und Botnetz-Attacken. Besonders Mittelständler seien betroffen und müssten sich viel stärker vor Spionage-Angriffen schützen, sagte Friedrich. "Als Global Player und Technologieträger erster Güte laufen insbesondere unsere Hidden Champions Gefahr, dass ihre Erfindungen und Entwicklungen schon in einem anderen Land produziert werden, bevor sie ihre Prototypen fertiggestellt haben."

Das Cyber-Abwehrzentrum war Mitte 2011 von Friedrich offiziell eröffnet worden, hatte aber bereits im April 2011 seine Arbeit aufgenommen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Cyber-Abwehrzentrum, das sich vor allem als Informationsdrehscheibe und Kommunikationsplattform versteht, die Federführung. Das BSI stellte zur Gründung des Zentrums neben den Räumlichkeiten auch sechs der bis dahin zehn Mitarbeiter. Jeweils zwei Mitglieder kamen bisher vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) und vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Zur offiziellen Eröffnung stoßen nun erstmals auch Mitarbeiter des Bundekriminalamtes (BKA), des Zollkriminalamtes (ZKA), der Bundespolizei, des Bundesnachrichtendienstes und der Bundeswehr zur Abwehrtruppe. (jk)


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