Donnerstag, 1. November 2012

PC-Flaute bremst Intel

Der US-Chiphersteller Intel hat im abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres 2012 wie erwartet Federn lassen müssen. Der Konzernumsatz ist im Vergleich zu den 14,2 Milliarden US-Dollar des Vorjahresquartals um 5 Prozent auf 13,46 Milliarden US-Dollar (10,4 Milliarden Euro) gesunken. Dabei sank der Umsatz der PC-Chip-Sparte nahezu im Einklang mit der Marktentwicklung um 8,3 Prozent, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach Handelsschluss der US-Börse am Stammsitz in Santa Clara (US-Bundesstaat Kalifornien) mitteilte. Der Nettogewinn des Chipriesen schrumpfte von knapp 3,5 Milliarden US-Dollar oder 65 Cent pro Aktie im Vorjahr um 14 Prozent auf 2,97 Milliarden US-Dollar (2,3 Milliarden Euro) oder 58 Cent pro Aktie.

Der Umsatzrückgang ist dabei im Rahmen der zuletzt im September nach unten korrigierten Prognose geblieben, während der Gewinn über den Erwartungen lag. An der Wall Street war mit einem Gewinn in der Größenordnung von 50 Cent pro Aktie gerechnet worden. Dennoch sorgten die gedämpften Erwartungen für den Rest des Jahres bei Analysten für Enttäuschung. Der Chiphersteller rechnet mit einem Quartalsumsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar (+/- 500 Millionen) und liegt damit unter den Erwartungen der Wall Street, die im Mittel bei 13,7 Milliarden liegen. Die Aktie des Chipriesen gab im nachbörslichen Handel nach.

Zur Halbzeit des Geschäftsjahres hatte Intel für das dritte Quartal noch mit einem Umsatz von 14,3 Milliarden US-Dollar gerechnet, diese Prognose dann Anfang September aber um eine ganze Milliarde deutlich gesenkt. Als einen Grund für das merklich abgekühlte Geschäftsklima nannte Intel, dass Kunden im dritten Quartal ihre Lagerbestände abgebaut und nicht wie üblich aufgestockt haben – was kein gutes Omen für das Schlussquartal sein dürfte.

"Die Ergebnisse unseres dritten Quartals spiegeln das anhaltend schwierige wirtschaftliche Umfeld wieder. Mit Blick auf das vierte Quartal freuen wir uns über die anhaltenden Fortschritte bei Ultrabooks sowie Telefonen", erklärte Intel-CEO Paul Otellini die Zahlen und setzt seine Hoffnungen auch in neue Tablets mit Intel-Chips, die im Schlussquartal des Jahres auf den Markt kommen sollen.

Chipherstellern wie Intel oder seinem kleineren Rivalen AMD macht die Flaute im PC-Markt zu schaffen. Der Absatz von Notebooks und Desktop-Computern sackte im vergangenen Quartal um mehr als acht Prozent ab. Gleichzeitig boomt das Geschäft mit Smartphones und Tablets, in denen in aller Regel Prozessoren anderer Hersteller zum Einsatz kommen. Die Hoffnungen der Branche ruhen auf dem neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8, dessen Markteinführung Ende Oktober ansteht. AMD will seine Zahlen des vergangenen Quartals am Donnerstag vorlegen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Intel
in US-Dollar(vbr)


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