Freitag, 26. Oktober 2012

Integration der Neuerungen für Linux 3.7 abgeschlossen

Linus Torvalds hat die erste Vorabversion von Linux 3.7 veröffentlicht. Torvalds hat damit wie üblich die Merge Window genannten Phase im Entwicklungszyklus abgeschlossen, in der er die größten Neuerungen für eine neue Version in den Hauptentwicklungszweig aufnimmt. Bis zur im Dezember erwarteten Freigabe von Linux 3.7 konzentrieren sich die Entwickler jetzt auf die Fehlerbeseitigung, wenn man von einigen Nachzüglern sowie kleineren, allem Augenschein nach ungefährlichen Verbesserungen absieht.

Zu den wichtigsten in Linux 3.7 aufgenommenen Neuerungen zählt die Unterstützung für den 64-Bit-ARM-Befehlssatz. Neu sind auch Funktionen für NAT (Network Address Translation) bei IPv6 und der Server-seitige Code für "TCP Fast Open" (TFO); bereits Linux 3.6 enthält den Client-seitige Code für diese experimentelle TCP-Erweiterung, welche HTTP-Verbindungen beschleunigen soll.

Integriert hat Torvalds auch eine größere, seit einer Weile vorbereitete Überarbeitung des für PC-Grafikkerne von Nvidia zuständigen DRM-Grafiktreibers Nouveau. Sie soll unter anderem die Treiberarchitektur vereinfachen, damit sich neue Funktionen leichter implementieren lassen; darunter etwa bislang nur angedachter Support für Nvidias Grafikchip-Kopplungstechnik Scalable Link Interface (SLI). Beim Intel-Grafiktreiber i915 gab es größere Umbauten am Code zur Konfiguration der Bildschirmausgänge.

Das zum Kernel-Zugriff auf Windows- oder Samba-Freigaben zuständige CIFS (Common Internet File System) bietet nun experimentelle Unterstützung für das mit Windows Vista eingeführte SMB 2.0 (Server Message Block 2) und dessen von Windows 7 gebotenen Abkömmling SMB 2.1; Teile des Codes waren schon seit einigen Monaten im Kernel enthalten, aber nicht funktionsfähig und daher als "Broken" markiert. Die Kernel-Entwickler haben zudem mit einer Umstrukturierung der Header-Dateien begonnen, um vom Userland verwendete Header im Verzeichnis include/uapi/ unabhängig von jenen zu halten, die Kernel-intern benötigt werden. Neu sind auch Unterstützung für Intels Prozessor- Sicherheitsfunktion SMAP und die Möglichkeit, einen ARM-Kernel zu bauen, der auf ganz unterschiedlichen ARM-Plattformen bootet. Zusammen mit einer Entwicklerversion des Xen-Hypervisors gelingt nun auch der Betrieb von Virtuellen Maschinen mit Hilfe der Virtualisierungsfunktionen, die einige ARM-v7-Kerne bieten. Kurz vor Ende des Merge Window zog noch Code ein, um Kernel-Module zu signieren und diese Signatur vor dem Laden von Modulen zu prüfen – eine Funktion, die einige Distributionen bei der Unterstützung von UEFI Secure Boot nutzen wollen.

In den zwei Wochen seit der Freigabe von Linux 3.6 haben die Kernel-Entwickler 10.409 Commits im Hauptentwicklungszweig vorgenommen, die 15.096 Dateien verändern. Diese für Linux 3.7 vorgenommene Änderungen bringen laut Diffstat 1.540.443 neue Codezeilen und entfernen 1.223.134 – verschobener Code geht in beide Zahlen ein. Diese beiden Werte liegen rund eine Million über jenen von Linux 3.6. Das ist vornehmlich die Auswirkung zahlreicher Umstrukturierungen; darunter die erwähnten Umbauten am Nouveau-Treiber und den Include-Dateien.

Auch die Entwickler der Stable- und Longterm-Kernel waren in den letzten Tagen aktiv. Greg Kroah-Hartman etwa hat die Linux-Versionen 3.0.46, 3.4.14, 3.5.7 und 3.6.2 freigegeben; in der Freigabemail zu Linux 3.5.7 weist er darauf hin, mit dieser Version ende die Pflege von Linux 3.5. Ben Hutchings hat derweil Linux 3.2.31 veröffentlicht und bereitet gerade 3.2.32 vor. Bereits vor knapp einer Woche hat Willy Tarreau Linux 2.6.32.60 freigegeben, die den diesjährigen Schaltsekunden-Bug behebt und einige der auch in Linux 3.6 eingeflossenen Verbesserungen enthält, welche die Erzeugung von Zufallsdaten verbessern sollen. (thl)


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Schnelle Suchabfragen mit Googles Supersonic

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45. ICANN-Treffen: Neuer Chef will mehr Internationalität

In Toronto hat am Montagmorgen (Ortszeit) das 45. Treffen der Internet Corporation on Assigned Numbers and Names (ICANN) begonnen. Die ICANN verwaltet die Top Level Domains (TLD) sowie die regionale Zuteilung von IP-Adressen. Seit Kurzem hat mit Fadi Chehadé ein neuer CEO die Führung der Organisation übernommen.


Fadi Chehadé
Bild: ICANN In seiner Eröffnungsansprache kündigte Chehadé weitreichende Reformen an und bat die ICANN-Gemeinschaft um Unterstützung. "Es gibt viel zu tun", hob der im Libanon geborene Ägypter, der in den USA lebt und eine Management-Karriere in der IT-Branche hinter sich hat, an. Er will die Kultur der Organisation insgesamt ändern. Maxime habe statt der eigenen Bedürfnisse das Interesse der Öffentlichkeit zu sein.

In den vergangenen Monaten habe er vielen Leuten zugehört, viele Probleme gefunden, aber überall Hilfsangebote erhalten. Er werde sich jedoch nicht dafür entschuldigen, dass das Internet US-zentriert sei, denn dort liege sein Ursprung. Nun aber sei Internationalisierung angesagt, wovon die vorgeschlagene Vorreihung neuer, nicht-lateinischer Top Level Domains ein Beispiel sei. Auch die ICANN selbst sei zu US-zentriert. Wichtig seien ihm zudem mehr Transparenz und die tatsächliche Befolgung ethischer Grundsätze, etwa interner Regeln gegen Korruption. Sonst würden alle Pläne scheitern.

Chehadé betonte seinen festen Glauben an die gleichberechtigte Teilhabe aller Interessengruppen, wofür Kommunikation und Informationsflüsse verbessert werden müssten. Gleichzeitig will er die staatlichen Regierungen stärker einbinden. Einen weiteren Spagat muss er intern wagen: Er lobte die "großen Frauen und Männer" auf deren Schultern es aufzubauen gelte, kritisierte aber gleichzeitig bisherige ICANN-Funktionäre: "Einige haben ihren Job nicht gemacht." Mit manchen wird er weiter zusammenarbeiten müssen.

Die Dienstleitung für Registrys und Registrare soll verbessert, die Zusammenarbeit mit anderen technischen Internet-Organisationen intensiviert werden. Der Manager betonte aber auch, selbst die Ziele der ICANN nicht setzen zu wollen. Dafür gäbe es bereits einen Dreijahresplan und darauf fußende jährliche Umsetzungsvorhaben und Budgets. Er wolle sich auch das Management konzentrieren. Er strebt nach einer ICANN-Organisation die professioneller, internationaler, skalierend, sicherer, zuverlässiger und kommunikativer arbeitet.

Derzeit gäbe es eine Email-Flut und gleichzeitig intern abgeschottete Bereiche, die kaum mit einander redeten. Beidem soll die neue Plattform myicann.org abhelfen. Der erste von vier Teilen, jener für Informations-Management und -Verteilung, steht ab sofort in einer Beta-Version jedermann offen. Die drei weitere Sparten (Training & Tools, Process Managament, Collaboration) sollen zum nächsten ICANN-Treffen in Peking Beta-Stadium erreicht haben.

Die prominentesten Themen bei ICANN45 dürften die zahlreichen offenen Fragen um die geplante Einführung von mehr als 1.000 neuen generischen Top Level Domains (gTLD) sein. Das Gebaren von Chehadé genießt ebenfalls hohe Aufmerksamkeit werden. Für die zahlreich angereisten Registrare, aber auch jeden biederen Domaininhaber, wichtig sind die laufenden Verhandlungen über neue Verträge zwischen ICANN und den bestehenden Registraren. Denn Kontrollwünsche von Strafverfolgern, vor allem aus dem anglo-amerikanischen Raum, stehen im Widerspruch zu Datenschutz sowie der Wirtschaftlichkeit des Domaingeschäfts. (Daniel AJ Sokolov) / (vbr)


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Trainingsanalyse: rubiTrack mit zahlreichen Neuerungen

Das für Mac OS X verfügbare Trainingsanalyseprogramm rubiTrack soll am kommenden Donnerstag in der von Fans sehnlichst erwarteten Version 3 erscheinen. Das Programm liest unter anderem Strecken- und Herzfrequenz-Aufzeichnungen von (GPS-)Fitness-Geräten von Garmin, Suunto und Polar direkt oder mittels Import der jeweiligen Logdateien ein und bereitet diese auf. Eine komplette Aufstellung der unterstützten Geräte und Dateiformate ist auf der Website des Herstellers abrufbar.


rubiTrack kann über verschiedene Sportarten Buch führen. Für eine bessere Übersicht wurde in der Version 3 der Kalender (hier in der Mini-Ansicht) überarbeitet. Vergrößern
Bild: Markus Spoettl Mit dem Update werden zahlreiche neue Funktionen und Verbesserungen eingeführt. So gibt es unter anderem nun mehrere, dynamisch konfigurierbare Diagrammbereiche, die wesentlich übersichtlicher sind als die bisherige Darstellung. Jeder Diagrammwert, für den es Zonen gibt (Geschwindigkeit, Pace, Herzfrequenz, Kadenz, Leistung, Steigung, Höhe) kann weiterhin auch als Verteilungsdiagramm hinzugefügt werden. rubiTrack berechnet zudem jetzt automatisch Bestwert-Segmente für Geschwindigkeit, Pace, Dauer und Leistung.


In die Karte lässt sich hineinzoomen; zu Streckenpunkten sind detaillierte Informationen abrufbar. Vergrößern
Bild: Markus Spoettl Die Kartenansicht benutzt in der Version 3 die auf OpenStreetMaps basierte rubiTrack-Terrain-Karte, zusätzlich sind Karten von OpenCycleMap, OpenStreetMap, MapQuest und MapQuest Aerial wählbar. Mehrere Strecken lassen sich auf einmal auf der Karte darstellen. Auch der Kalender (mit drei Ansichtsmodi) wurde überarbeitet. So zeigen die Aktivitätskacheln Informationen nun abhängig vom verfügbaren Platz. Eine komplette Übersicht über alle Neuerungen findet sich auf der offiziellen Website.

rubiTrack wird sowohl über die Website des Herstellers als auch über den Mac App Store vertrieben. Die Vollversion kostet beim Herstellers rund 35 Euro (29 Euro netto zuzüglich jeweilige Mehrwertsteuer), das Update die Hälfte. Im Mac App Store zahlt man rund 32 Euro. Da Apple keinen Update-Mechanismus für große Versionssprünge vorsieht, soll das Programm in der Mac-App-Store-Version direkt nach Erscheinen am morgigen Donnerstag für einen Tag um 50 Prozent reduziert angeboten werden. Laut Hersteller will man so Bestandskunden einen fairen Update-Preis bieten. (nij)


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Industrieanlagen: Kaspersky will SCADA-Systeme sicher machen

Eugene Kaspersky, Gründer des gleichnamigen Antiviren-Herstellers, will Industrieanlagen mit einem sicheren, von Kaspersky Labs von Grund auf neu entwickelten Betriebssystem ausstatten. Angeblich arbeitet Kaspersky Labs bereits seit zehn Jahren an dem Projekt mit dem Codenamen "11.11".

Konkrete Details oder technische Informationen, wie das aussehen soll, will der AV-Hersteller trotzdem nicht preisgeben. Stattdessen ergeht sich die epische Ankündigung und die angebliche Beschreibung in sehr allgemeinen Aufzählungen von Problemen und Anforderungen.

In einem Interview mit der Kaspersky-Hauspostille Threatpost versteigt sich Kaspersky sogar zu der Aussage: "Es ist wahr, bisher hat niemand versucht, ein sicheres Betriebssystem zu bauen." Man muss Theo de Raadt nicht mögen, um anzuerkennen, dass der sich genau das bei OpenBSD auf die Fahnen geschrieben hat – mit einigem Erfolg sogar.

Selbst wenn das System "11.11" jemals zu einem fertigen Produkt werden sollte, darf man bezweifeln, dass westliche Konzerne im Rahmen ihrer kritischen Infrastruktur so ohne weiteres Produkte der russischen Sicherheitsfirma einsetzen. Zum einen ist die Qualität von Code aus den Laboren der AV-Hersteller bei Sicherheitsexperten schon seit langem ein Running-Gag: Schuster haben oft die schlechtesten Schuhe und Sicherheitslücken in Sicherheitssoftware sind bittere Realität. Zum anderen wird Eugene Kaspersky etwa von amerikanischen Medien immer wieder in Zusammenhang mit dem KGB beziehungsweise dessen Nachfolger FSB gebracht – eine Anschuldigung, der er selbst vehement widerspricht: "Ich bin nur ein Mann, dessen Aufgabe es ist, die Welt zu retten", beschreibt sich Kaspersky lieber selber. (ju)


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Donnerstag, 25. Oktober 2012

Lizenz für blickwinkelstabile Mobildisplays

Express Talk Ermöglicht das kostenlose Telefonieren im Internet, auch mit gewöhnlichen Endgeräten mit Hilfe eines entsprechenden Providers, wobei Kosten entstehen ...

Fast Blog Finder Hilft, den eigenen Blog im Web bekannter zu machen; nutzt die Kommentarmöglichkeit von Blogs, um Backlinks zu erhalten

5 Clicks - screen capture program Mit wenigen Klicks Screenshots erstellen und als PNG-, JPG- oder Bitmap-Datei speichern

CintaNotes Notizmanager mit Tag-Support; erstellt aus markiertem Text per Knopfdruck eine neue Notiz ...

CDRoller Versucht Daten von beschädigten CDs und DVDs wieder herzustellen

Calligra Office-Suite Office-Programm mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Zeitplanung und Zeichenprogramm mit Unterstützung für Storyboards ...

HDRtist Erstellt HDR-Aufnahmen aus mehreren Fotos; auch als erweiterte Pro-Version erhältlich

Deutsch-Englisch Text-zu-Sprache Übersetzung Übersetzt deutschen Text per Maschinenübersetzung ins Englische und umgekehrt und gibt ihn als gesprochene Sprache aus ...

fx-Calc Berechnet und visualisiert komplexe wissenschaftliche Funktionen; kann Funktionen außerdem analysieren und in 2D oder 3D darstellen

Kizzys Controller Greift auf verschiedene Einstellungen von Mac OS X zu und kann diese verändern ...

IrfanView Schneller Viewer für diverse Bildformate, spielt über Plug-ins auch andere Multimedia-Formate ab und kann unter anderem Bilder mit diversen Effekten ...

H2testw Integritätstest für Datenträger, vor allem zur Erkennung manipulierter USB-Sticks (siehe auch c't 1/08, S. 24) ...

Firefox Mächtiger Browser, unter anderem mit Popup-Blocker, Malware-Schutz, Tabbed-Browsing, Tagging, Zoom-Funktionen, eingebetteter Google-, Yahoo- und ...

Tinyumbrella Erlaubt auch ohne Jailbreak das Auslesen älterer iPhone-Signaturen (SHSH-Blobs) mit aktuellen Geräten ...

AS SSD Benchmark Benchmark-Tool speziell für Solid State Drives (SSD); nicht für normale Festplatten geeignet ...

WSUS Offline Update (c't Offline Update) Skriptsammlung, die sämtliche Updates für Windows XP, Server 2003, Server 2008, Vista oder Windows 7 sowie für Office herunterlädt und daraus ...

TrueCrypt Legt verschlüsselte Festplattenpartitionen an, die nur unter Zuhilfenahme des richtigen Passworts gelesen und beschrieben werden können ...

HBCI für MS Money 99 (HBCIFM99) HBCI-Homebanking-Modul für MS Money 99 Version 2000

PuTTY SSH-, Telnet- und Rlogin-Client mit einem xterm-Terminal-Emulator, Version für Symbian-Smartphones ebenfalls verfügbar

TortoiseGit Git-Client, der sich in den Windows-Explorer integriert und über das Kontextmenü Zugriff auf Git-Kommandos ermöglicht


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Domain-Vorratsdatenspeicherung: Extrawurst für Registrare

Im Streit über eine Vorratsdatenspeicherung und verschärfte Bestimmungen zur Verifikation von Domaininhaber-(Whois-)Daten will die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) einen Kompromiss vorschlagen. Das sagte Margie Milam, die im Namen der ICANN mit Strafverfolgern und Registraren verhandelt (PDF Datei), am vergangenen Wochenende auf dem 45. ICANN-Treffen in Toronto. Für europäische Registrare soll es eine Ausnahmeregelung für die Vorratsdatenspeicherung geben. Milam verteidigte aber die bisherigen Vorschläge zur Domaindatenspeicherung in den neuen Registrarverträgen: Die in der ICANN vertretenen Regierungen hätten diesen im Grundsatz zugestimmt. US-Registrare warnten angesichts der Extrawurst für ihre EU-Kollegen bereits vor möglichen Wettbewerbsvorteilen.

Seit mehreren Jahren haben vor allem anglo-amerikanische Strafverfolgungsbehörden Druck auf die Domainregistrare ausgeübt, damit diese schärferen Bestimmungen zu den Whois-Daten in ihren Verträgen mit der privaten Netzverwaltung ICANN zustimmen. Die im Jahr 2012 auf Initiative des FBI nachgeschobene Vorratsdatenspeicherung soll Domainanbieter weltweit verpflichten, die Informationen über Domaininhaber dauerhaft und bis zu zwei Jahre nach Vertragsende mit einem Domainkunden aufzubewahren. Die vorgeschlagene Vorratsdatenspeicherung soll sich aber nicht auf Personendaten, die für den Whois-Eintrag erfasst werden, beschränken. Vielmehr sollen auch Telefonnummern, Emailadressen und Kreditkartendaten, sowie Kennungen von Kommunikationsdiensten, etwa Skypenamen, Quell- und Ziel-IP-Adressen der Kommunikation zwischen Registrar und Kunde und HTTP-Header gespeichert werden. Für eine solche Datensammelei gebe es aber weder einen legitimen Zweck noch eine Rechtsgrundlage, unterstreichen die Datenschützer.

"Die Positionen müssen noch überprüft werden", sagte Milam angesichts des Widerspruchs zwischen den Stellungnahmen des ICANN-Regierungsbeirats (GAC) einerseits und dem Brief der Artikel-29-Datenschutzgruppe. Der neue Geschäftsführer der ICANN, Fadi Chehadé hatte in einem Antwortbrief an die Artikel-29-Datenschutzgruppe bereits darauf hingewiesen, dass der Regierungsbeirat "die Anforderungen von Strafverfolgungsbehörden aus aller Welt, einschließlich der EU, an das Whois und eine Vorratsdatenspeicherung, befürwortet hat". Der Regierungsbeirat habe auf Nachfragen auf dem ICANN-Treffen in Prag auch wissen lassen, dass er in besonderem Maße über die Kompetenz zu offiziellen Stellungnahmen gegenüber dem ICANN-Vorstand verfüge, da er Datenschutz- und Strafverfolgerinteressen ausbalanciere.

US-Professor und ICANN-Experte Milton Mueller kritisierte hingegen, dass die Regierungen im GAC Strafverfolger und Datenschutz nicht in gleicher Weise repräsentieren. Das mache schon allein der Umstand deutlich, dass Strafverfolger auf den ICANN-Treffen – wie nun auch in Toronto – massiv vertreten sind, Datenschützer dagegen fehlten. (Monika Ermert) / (anw)


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